11 Fragen, die du jeder Marketing-Agentur in der Schweiz stellen solltest
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Warum diese 11 Fragen den Unterschied machen
Die meisten KMU wählen ihre Marketing-Agentur falsch. Nicht weil sie dumm wären, sondern weil das Auswahlgespräch oft wie ein Verkaufsgespräch läuft: Die Agentur pitcht, du hörst zu, am Schluss bekommst du eine Offerte. Was fehlt, sind die richtigen Fragen von deiner Seite.
Wir bei digital M. haben in den letzten Jahren mit über 100 KMU in der Schweiz gearbeitet und kennen die typischen Fallen. Geschäftsführer, die monatelang an eine Agentur zahlen und nicht wissen, wer eigentlich an ihrem Account arbeitet. Marketing-Verantwortliche, die nach der Trennung von der Agentur ohne Zugriff auf ihre eigenen Google-Ads-Daten dastehen. Inhaber, die Reports im PDF-Format bekommen und nie verstehen, was die Zahlen bedeuten.
Diese 11 Fragen kannst du in jedes Agentur-Gespräch in der Schweiz mitnehmen. Egal ob du eine Performance-Marketing-Agentur, eine SEO-Bude oder eine Full-Service-Agentur prüfst. Die Antworten zeigen dir mehr als jede Case-Study-Folie. Eine ehrliche Agentur freut sich übrigens über diese Fragen. Eine Blender-Agentur fängt an, herumzueiern.
Bereit? Los geht’s.
1. Wer macht die Arbeit konkret an meinem Account?
Warum die Frage wichtig ist: Viele Agenturen verkaufen dir im Pitch ihre besten Köpfe, schieben dich nach Vertragsabschluss aber an Junior-Mitarbeitende oder externe Freelancer ab. Bei grösseren Agenturen ist es üblich, dass dein Account-Manager nur das Briefing weitergibt und die operative Arbeit an Praktikanten oder ausländische Outsourcing-Partner geht.
Worauf du achten musst: Konkrete Namen, LinkedIn-Profile, Senior-Level der ausführenden Personen und die Zusicherung, dass diese Personen ab Tag eins an deinem Account arbeiten. Verlange ein kurzes Kennenlernen mit der operativen Person, nicht nur mit dem Sales-Lead.
2. Was passiert, wenn die Kampagnen nicht performen?
Warum die Frage wichtig ist: Diese Frage trennt seriöse Agenturen von Heilsversprechern. Die schlechten sagen „wir garantieren Resultate” und schreiben nichts Schriftliches dazu. Die guten erklären dir, ab wann sie selbstkritisch werden, was sie tun (z.B. neue Kreation, neue Zielgruppen, Pause der Kampagne) und wie sie mit dir kommunizieren.
Worauf du achten musst: Klare Eskalationspfade, regelmässige Performance-Reviews und keine pauschalen Garantieversprechen. Wer dir eine 100-Prozent-Erfolgsgarantie gibt, lügt oder hat etwas zu verstecken.
3. Wie sieht euer Reporting aus?
Warum die Frage wichtig ist: PDF-Reports am Monatsende sind 2026 ein Witz. Eine moderne Agentur arbeitet mit Live-Dashboards (z.B. Looker Studio, eigene Tools, Reporting in HubSpot oder Brevo), die du jederzeit selbst aufrufen kannst. Wöchentliche oder zumindest 14-tägliche Insights mit klarer Hypothese und nächsten Schritten gehören zum Standard.
Worauf du achten musst: Frag nach einer Demo eines bestehenden Kundendashboards (mit anonymisierten Zahlen) und nach der Rhythmik der Strategie-Calls. Wer dir nur Excel-Tabellen schickt, baut keine echte Partnerschaft.
4. Wer besitzt am Ende die Daten und Accounts?
Warum die Frage wichtig ist: Das ist die wichtigste Frage überhaupt. Viele Agenturen legen Google-Ads-, Meta- oder LinkedIn-Accounts auf eigenen MCC-Strukturen an. Wenn du wechselst, verlierst du die History, die Lernphasen und manchmal sogar die Performance-Daten. Bei Tools wie Brevo, HubSpot oder GA4 ist es ähnlich.
Worauf du achten musst: Alle Werbekonten müssen auf deinem Namen oder deiner Firma laufen, die Agentur bekommt nur Zugriff. Vertraglich festgehalten: Beim Vertragsende behältst du Daten, History und Account vollständig. Ohne diese Klausel keine Unterschrift.
5. Was kostet eure Arbeit und wie wird abgerechnet?
Warum die Frage wichtig ist: Transparente Agenturen erklären dir genau, was du für dein Geld bekommst: Stundenkontingent, Setup-Pauschalen, Retainer-Modelle, Mediabudget-getrennt-von-Honorar. Schwache Agenturen verstecken sich hinter „Pakete” ohne klare Leistungsaufstellung.
Worauf du achten musst: Detaillierte Stundensätze, ein Stundenkontingent pro Monat, sauber getrennte Mediabudgets und ein Reporting darüber, wo die Stunden tatsächlich hingehen. Frag explizit nach Aufstockungs-Logik: Was passiert, wenn das Kontingent ausgeschöpft ist? Mehr Details findest du auch in unserem Guide Marketing-Budget für KMU.
6. Welche KPIs schlagt ihr für mein Geschäft konkret vor?
Warum die Frage wichtig ist: Eine gute Agentur kennt nach 30 Minuten Gespräch dein Geschäftsmodell gut genug, um realistische KPIs zu nennen. Conversion Rate, Cost per Lead, CAC, ROAS, Customer Lifetime Value. Eine schwache Agentur redet von „Reichweite” und „Brand Awareness”, weil das schwammig genug ist, um nichts garantieren zu müssen.
Worauf du achten musst: Konkrete Zielwerte, branchenrelevante Benchmarks und ein klares Statement, ab welcher Zahl die Agentur selbst nervös wird. Wer keine harten KPIs nennen will, plant keinen Erfolg.
7. Wie viele Kunden betreut der zugeteilte Person parallel?
Warum die Frage wichtig ist: Eine Senior-Person, die 25 Accounts parallel betreut, hat keine Tiefe pro Kunde. Die typische Faustregel: Operative Performance-Marketer schaffen 6 bis 10 aktive Accounts in guter Qualität. Alles darüber bedeutet, dass dein Account nur Pflege bekommt, keine echte Strategie.
Worauf du achten musst: Klare Zahl, ehrliche Antwort und idealerweise eine Auflistung des aktuellen Account-Portfolios der zugeteilten Person. Eine Agentur, die nicht weiss, wie viele Accounts ihre eigenen Leute betreuen, hat ein Organisationsproblem.
8. Wer haftet, wenn ein Tracking-Setup falsch ist?
Warum die Frage wichtig ist: Tracking-Fehler sind teuer. Falsch konfigurierte Conversions, fehlende UTM-Parameter, ein vergessenes Server-Side-Setup. Die Folge: Du optimierst auf falsche Zahlen oder verlierst Wochen, bis der Fehler auffällt. Wer ist verantwortlich, wenn das passiert?
Worauf du achten musst: Klare Verantwortlichkeit für GA4, Google Tag Manager, Conversion-Setups und Pixel. Eine ehrliche Agentur dokumentiert das Setup, testet regelmässig (mindestens vierteljährlich) und übernimmt Haftung im Rahmen ihrer Berufshaftpflicht. Ohne klare Doku ist niemand verantwortlich, also bist du es.
9. Wie kommen wir aus der Zusammenarbeit raus?
Warum die Frage wichtig ist: Eine seriöse Agentur hat ein Offboarding-Konzept. Übergabe-Doku, Zugriffstransfer, letzte Reports, eventuell eine Auslaufzeit für laufende Kampagnen. Wer dich an einen Jahresvertrag mit 6-Monats-Kündigung bindet und keine klare Exit-Logik hat, plant nicht für deinen Erfolg, sondern für seinen eigenen Cashflow.
Worauf du achten musst: Maximale Kündigungsfrist von 1 bis 3 Monaten, klare Übergabe-Dokumentation als Standard, Zugriffstransfer schriftlich zugesichert. Keine versteckten Auslauf-Gebühren, kein „Wissens-Geheimhalt” beim Wechsel.
10. Habt ihr KMU-Cases mit ähnlichem Budget wie meinem?
Warum die Frage wichtig ist: Eine Agentur, die ihre besten Cases von Konzern-Kunden mit CHF 50 000 Monatsbudget zeigt, kann dir wenig sagen, wenn du CHF 3000 ausgeben willst. Die Mechaniken sind komplett anders. Mit Kleinbudgets musst du fokussierter arbeiten, schneller entscheiden und mehr selber machen.
Worauf du achten musst: Mindestens 2 bis 3 KMU-Cases mit echten Zahlen und vergleichbarer Budget-Grössenordnung. Ohne diese Referenzen läufst du in ein Experiment, das dich dein Budget kosten kann. Vergleichbar bedeutet hier: Schweizer KMU, ähnliche Branche, ähnliche Umsatz-Grössenordnung.
11. Wo seid ihr ehrlich gescheitert und was habt ihr daraus gelernt?
Warum die Frage wichtig ist: Diese Frage ist der ultimative Bullshit-Detektor. Jede Agentur mit echten Kunden hat auch Misserfolge. Kampagnen, die nicht funktioniert haben. Kunden, bei denen die Chemie nicht stimmte. Ein Wechsel-Brief von einem Kunden, der wegging. Eine Agentur, die behauptet, nie gescheitert zu sein, lügt oder ist zu jung, um Erfahrung zu haben.
Worauf du achten musst: Konkrete Beispiele, ehrliche Lessons Learned und kein Wegreden mit „Wir haben aus jedem Projekt gelernt”. Wer hier souverän antwortet, ist erwachsen genug für eine echte Partnerschaft. Wir bei digital M. nennen das übrigens No-Bullshit-Marketing.
Quick-Wins-Checkliste für dein nächstes Agentur-Gespräch
Kurz vor dem Termin? Diese 5 Sofort-Tipps helfen dir, das Gespräch zu führen statt geführt zu werden:
- Vorbereitung: Schreib deine drei wichtigsten Geschäftsziele für die nächsten 12 Monate auf. Eine Agentur, die nicht darauf eingeht, hat dich nicht verstanden.
- Mute-Test: Frag nach den drei letzten gewonnenen Kunden und den drei letzten verlorenen. Eine ehrliche Agentur kann beides nennen.
- Tools-Check: Lass dir den konkreten Tech-Stack zeigen (Reporting, Tracking, Projekt-Management). Wer nur mit Excel arbeitet, ist nicht 2026-ready.
- Account-Hygiene: Frag explizit, ob alle Werbeaccounts auf deinen Namen laufen werden. Wer ausweicht, hat ein Geschäftsmodell, das auf Lock-in basiert.
- Reaktionszeit-Test: Schreib der Agentur am Freitagnachmittag eine kurze Mail mit einer Frage. Wenn die Antwort erst am Mittwoch kommt, weisst du, wie sie als Dienstleister tickt.
Häufige Fragen rund um Agentur-Wahl in der Schweiz
Wir bekommen diese Fragen wöchentlich. Hier die Kurzversionen, die ausführlichen Antworten findest du oben im FAQ-Schema.
Was kostet eine Marketing-Agentur in der Schweiz? Seriöse Stundensätze liegen zwischen CHF 120 und CHF 180. Monatliche Retainer ab CHF 1500 für kleinere KMU, ab CHF 2000 bis CHF 5000 für aktives Performance-Marketing inkl. Mediabudget-Management.
Wie lange dauert eine Zusammenarbeit mit einer Agentur normalerweise? Drei bis sechs Monate, bis Performance-Massnahmen verlässliche Resultate liefern. Kürzere Projekte wie Website-Relaunches dauern vier bis zwölf Wochen.
Sollte ich Inhouse-Marketing oder eine Agentur nehmen? Für KMU bis 50 Mitarbeitende meist die Agentur, weil eine Inhouse-Person selten alle Marketing-Disziplinen abdeckt. Inhouse lohnt sich ab Marketing-Budget von rund CHF 100 000 pro Jahr.
Wie erkenne ich eine seriöse Agentur in der Schweiz? Drei Zeichen: konkrete KMU-Cases mit echten Zahlen, ehrliche Antworten auf kritische Fragen und voller Zugriff auf alle Accounts und Daten.
Was sollte in einem ersten Agentur-Gespräch zur Sprache kommen? Dein Geschäftsmodell, deine Zielgruppe, dein bisheriges Marketing, deine Erwartungen, dein Budget und konkrete Erfolgsmessung. Eine gute Agentur fragt mehr, als sie pitcht.
Sollte ich gleichzeitig mehrere Agenturen anfragen? Ja, zwei bis drei parallel sind sinnvoll. Sei aber fair und kommuniziere offen, dass es ein Wettbewerb ist.
Schluss: Stell die Fragen, bevor du den Vertrag unterschreibst
Eine gute Agentur ist wie ein gutes Geschäftspartner: ehrlich, transparent, ergebnisorientiert. Eine schwache Agentur erkennt man daran, dass sie diese 11 Fragen nicht offen beantworten will. Es geht nicht darum, deinen Gegenüber in die Enge zu treiben. Es geht darum, herauszufinden, ob du in 12 Monaten froh sein wirst, mit dieser Agentur gearbeitet zu haben, oder ob du den Vertrag fluchend kündigst.
Wenn du diese Fragen stellst und die Antworten nicht überzeugen, weisst du Bescheid. Wenn die Agentur souverän, ehrlich und mit Beispielen antwortet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie liefert. Bei uns bei digital M. nennen wir diesen Ansatz THE HONEST AGENCY. Wir beantworten diese Fragen täglich, transparent und ohne Marketing-Floskeln. Wenn du wissen willst, wie unsere Antworten konkret aussehen, lade dich zu einem 45-minütigen Gespräch ein.
Reden wir.
45 Minuten Erstberatung, kostenlos, ohne Verkaufsdruck. Du stellst diese 11 Fragen, wir antworten ehrlich, danach entscheidest du.
Jetzt Erstberatung buchenMehr zum Thema gefällig? Schau dir unseren Beitrag No-Bullshit-Marketing an oder lies, wie wir mit dem digital M.aster-Prompt Tool- und Agentur-Entscheidungen strukturieren.
Häufige Fragen
Was kostet eine Marketing-Agentur in der Schweiz?
Eine seriöse Marketing-Agentur in der Schweiz arbeitet entweder mit Stundensätzen zwischen CHF 120 und CHF 180 oder mit monatlichen Retainern ab CHF 1500 für kleinere KMU. Reine Performance-Pakete starten oft bei CHF 2000 pro Monat plus Mediabudget. Vorsicht bei Dumping-Preisen unter CHF 80 pro Stunde, da läuft entweder die Arbeit übers Ausland oder die Qualität leidet.
Wie lange dauert eine Zusammenarbeit mit einer Agentur normalerweise?
Realistisch sind drei bis sechs Monate, bis Performance-Massnahmen wie Google Ads, SEO oder LinkedIn-Kampagnen verlässlich Resultate zeigen. Kürzere Projekte wie Websites oder Setups dauern vier bis zwölf Wochen. Lass dich nicht in Jahresverträge zwingen, bevor du die Agentur in Aktion gesehen hast.
Sollte ich Inhouse-Marketing oder eine Agentur nehmen?
Für die meisten KMU bis 50 Mitarbeitende lohnt sich eine Agentur, weil eine einzelne Inhouse-Person selten alle Disziplinen (SEO, Ads, Content, Tracking, Design) abdeckt. Eine Agentur bringt das Team mit. Inhouse macht erst Sinn, wenn du genug Volumen für eine spezialisierte Rolle hast, also typischerweise ab Marketing-Budget von CHF 100 000 pro Jahr.
Wie erkenne ich eine seriöse Agentur in der Schweiz?
Drei Zeichen: Sie zeigt dir konkrete KMU-Cases mit echten Zahlen, sie beantwortet kritische Fragen ohne Ausweichen, und du bekommst Zugriff auf alle Accounts und Daten. Wer dir keine Live-Insights ins Reporting zeigt und Tools nur auf eigenen Accounts laufen lässt, hat etwas zu verbergen.
Was sollte in einem ersten Agentur-Gespräch zur Sprache kommen?
Dein Geschäftsmodell, deine Zielgruppe, dein bisheriges Marketing, deine Erwartungen, dein Budget und konkrete Erfolgsmessung. Eine gute Agentur fragt mehr, als sie pitcht. Wenn du im ersten Termin nur Slides siehst und keine Rückfragen bekommst, ist das ein schlechtes Zeichen.
Sollte ich gleichzeitig mehrere Agenturen anfragen?
Ja, zwei bis drei parallel sind sinnvoll. Du erkennst Unterschiede in Beratungstiefe, Ehrlichkeit und Vorgehen. Aber: Sei fair und sag jeder Agentur, dass sie im Wettbewerb steht. Wer keine Wettbewerbssituation akzeptiert, will nicht auf Augenhöhe arbeiten.